Titel & Einordnung
Spielregeln Führungsfallen-Quartett — aus dem Leadnow-Wissensarchiv (Phänomene des Führungsalltags / Symptome).
Der Inhalt
Alle Symptomkarten werden an die Mitspielenden verteilt. Die Titelkarten («Kuschelfalle», etc…) werden nebeneinander in die Tischmitte gelegt. Alle lesen gleichzeitig ihre erste Symptomkarte und suchen die dazugehörige Titelkarte. Alle legen gleichzeitig ihre Symptomkarte neben die Titelkarte.

Durch Umdrehen der Symptomkarte wird überprüft, ob die Zuordnung stimmt. Wer richtig liegt, kriegt Titel- und Symptomkarte und legt sie vor sich hin. Wer falsch liegt, gibt die Symptomkarte der Person rechts von sich zuunterst in den Stapel.

In der zweiten Runde werden die Hintergrundkarten verteilt. Diese werden den Titel- und Symptomkarten zugeordnet, dienun vor den Mitspielenden liegen. Wer richtig liegt, bekommt alle drei Karten und legt diese vor sich, wer falsch liegt, gibt die Hintergrundkarte der Person rechts von sich. In der dritten Runde wird analog mit den Gegenmittelkarten verfahren.
Gewonnen hat, wer zum Schluss am meisten Quartetts vor sich hat. Nein, halt:
Gewonnen hat, wer seine Führungsfallen kennt und sie im Alltag vermeidet.
Die leadnow-Brille
Das Führungsfallen-Quartett ist eine der wirksamsten didaktischen Architekturen im Wiki: Es macht die Fallen spielerisch erfahrbar, ohne sie zu pathologisieren, und der Schlusssatz «Gewonnen hat, wer seine Führungsfallen kennt und sie im Alltag vermeidet» verschiebt das Ziel von Wissen zu Verhalten. Was das Spiel im Führungsalltag trotzdem offenlässt: Es sagt, dass Erkennen der erste Schritt ist, aber es zeigt wenig Wege, wie eine Führungskraft vom Erkennen zur Verhaltensänderung kommt — und genau diese Transfer-Disziplin ist die schwierigste. leadnow ergänzt: Im selbstwirksamkeitsmodell ist das Quartett ein ritualisierter Einstieg in die Selbst-Wirksamkeits-Reflexion; die Gefahr ist, dass das Spiel zur Party-Unterhaltung wird, ohne die Alltags-Übersetzung zu leisten.
Die Spiegelfrage
Könnte es sein, dass Sie die Führungsfallen aus dem Quartett alle benennen können, aber bei der Frage, welche davon Sie in der letzten Woche selbst gelebt haben, ins Stocken kommen würden?
Der nächste Schritt
Erkennen Sie dieses Muster bei sich? Der Leadnow Radar zeigt Ihnen in fünf Minuten, wie ausgeprägt es in Ihrer Organisation ist — anonym und kostenlos.
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Diese Woche ausprobieren
Dieser Eintrag («Spielregeln Führungsfallen-Quartett») beschreibt ein Muster. Bevor Sie etwas verändern, lohnt sich die Beobachtungsphase — drei kleine Schritte:
- Beobachten, bevor Sie handeln. Notieren Sie eine Woche lang jede Situation, in der das beschriebene Muster bei Ihnen oder im Team auftritt. Keine Bewertung, nur Erfassen.
- Eine Mikro-Konsequenz ziehen. Wählen Sie die kleinste wiederkehrende Situation und ändern Sie dort genau Ihren nächsten Schritt — minimal, reversibel, beobachtbar.
- Einen Sparringspartner fragen. Erzählen Sie jemandem Ihres Vertrauens eine konkrete Episode aus dieser Woche. Fragen Sie nicht um Rat — fragen Sie: «Was siehst du, was ich nicht sehe?»
Nach einer Woche: ist das Muster noch da, aber jetzt sichtbar? Dann lohnt sich der Leadnow-Radar-Schritt. Ist es nicht mehr aufgetaucht? Dann war es eine Phase, kein Muster — und Sie wissen jetzt, wie Sie es beim nächsten Mal erkennen.
Wann das Wiki nicht reicht
Dieser Eintrag ist eine Diagnose, keine Therapie. Er ist hilfreich, wenn Sie einen Mechanismus erkennen und ein erstes Vokabular dafür haben. Er ist nicht ausreichend, wenn:
- Akute Krise. Wenn etwas brennt (Mitarbeiter kündigt, Kunde springt ab, Cashflow eng), brauchen Sie kurzfristige Entscheidungshilfe, nicht einen Wiki-Eintrag. Holen Sie sich jemanden an den Tisch, der mit Ihnen in 48 Stunden sortiert — Paten, Beirat, Bank, Coach.
- Strukturelle Blockaden. Wenn ein Mechanismus seit Jahren besteht und niemand ihn brechen kann, liegt das an Kräften, die ein einzelner Eintrag nicht erreicht: fehlende Eigentümerschaft, dysfunktionale Aufsicht, persönliche Risiken für einzelne Schlüsselpersonen. Das ist Beratung, nicht Information.
- Eigene Betroffenheit. Wenn Sie gerade mitten in einer Krise stecken, lesen Sie das hier falsch — Sie projizieren Ihre Geschichte in das Muster. Warten Sie drei Tage, lesen Sie dann nochmal.
- Kulturelle Differenzen. Wenn Ihr Unternehmen in einem anderen rechtlichen, kulturellen oder wirtschaftlichen Kontext arbeitet als hier angenommen (Schweizer KMU), gilt vieles, aber nicht alles. Vergleichen Sie die Annahmen, bevor Sie die Schlüsse übernehmen.
In allen vier Fällen: das Wiki hilft Ihnen, das Muster zu sehen. Es ersetzt nicht die Arbeit, es zu bewegen. Wenn Sie bereit sind zu handeln, aber nicht wissen wo — schreiben Sie uns über den Kontakt am Ende des Eintrags.