Titel & Einordnung
Fokus und Power — aus dem Leadnow-Wissensarchiv (Führungsaufgaben / Ziele setzen).
Der Inhalt
Hop hop, vorwärts, schneller!
Wohin?
Weiss ich doch nicht, schneller!
Viel Power und wenig Fokus. Das ist die Abnutzungszone. Es wird viel Energie investiert, die jedoch nicht zu guten Resultaten führt, weil der Fokus fehlt. An Themen arbeiten braucht Energie. Ziele erreichen gibt Energie. In der Abnutzungszone braucht man Energie, kann jedoch nicht auftanken, weil der Erfolg fehlt.
Der Plan ist unsere Orientierung.
Ihm folgen wir, ihn führen wir aus.
Schritt für Schritt.
Unsere Werte: Sicherheit. Sorgfalt. Sicherheit.
Unklarheiten? Alles halt. Der Plan muss klar sein. Erst dann führen wir ihn aus.
Viel Fokus und wenig Power. Das ist die Comfort Zone. In der Comfort Zone herrscht maximale Sicherheit. Schritte werden nur umgesetzt, wenn alles 100% klar und abgesichert ist. Auch solche Teams kommen kaum ans Ziel. Aber immerhin verbrauchen sie dabei weniger Energie als in der Abnutzungszone.
Hochleistung ist Fokus x Power. Hochleistungsteams geben Alles - und sind gleichzeitig hoch fokussiert. Dies ist die Power-Zone. Das braucht viel Energie! Und - das ist der springende Punkt - es gibt viel Energie zurück, weil in diesem Modus sehr effektiv Ziele erreicht werden. Und Zielerreichung gibt Energie.

Quelle: Eigene Darstellung, angelehnt an HSG / Organisationale Energie.
Was hilft? Damit ist ein grosses Problem in vier kleinere Probleme unterteilt. Oft spürt man intuitiv, welche Zone dominant ist. Je nach Zone hilft ein anderes Vorgehen:
- Abnutzungszone: Oft ist hier der Sinn oder das übergeordnete Ziel klar und meistens sehr dringlich! Es fehlt jedoch eine zünftige Dosis Struktur und Systematik. Menschen oder Teams in der Abnutzungszone halten viel Unsicherheit aus. Strukturierung und Systematik empfinden sie jedoch als Abbremsen. Und wer lässt sich schon abbremsen, wenn er es eilig hat. Zeit um die Axt zu schärfen? Sicher nicht, ich muss Bäume fällen! Es ist herausfordernd, aus dieser Zone herauszukommen. Zwei Elemente helfen:
1. Leidensdruck: Typischerweise spüren solche Teams, dass ihr Wirkungsgrad schlecht ist.
2. Niederschwelligkeit: Kleine Hilfestellungen, die zu raschen Zwischenerfolgen führen helfen mehr als alle Überzeugungsarbeit.
- Komfortzone: Perfektion ist der Feind des Wirksamen. Solche Teams haben Pläne statt Träume. Ein übergeordnetes Ziel, das Power gibt, fehlt meistens. Die Frage nach der Vision, wird oft mit banalen Aufgaben beantwortet: Meine Vision? Ja einfach da sein und meine Arbeit gut machen.
Quellen:
- Stefan Heer
Die leadnow-Brille
Die Zonen-Logik (Abnutzung / Komfort / Power) bringt das HSG-Konzept der Organisationalen Energie auf eine einfache Formel: Hochleistung ist Fokus × Power, und beide Achsen müssen getragen werden. Was der Artikel im Führungsalltag trotzdem offenlässt: Die Power-Zone hat ihren Preis — wer dauerhaft in der Power-Zone arbeitet, brennt aus, wenn nicht regelmässig in die Komfortzone zurückgegangen wird; die Zonen sind nicht Statussymbole, sondern Bewegungs-Räume. leadnow ergänzt: Im selbstwirksamkeitsmodell ist die Power-Zone der Ort, an dem Wirksamkeit spürbar wird; die Abnutzungszone ist die getarnte Schwester der Resignation — viel Aktivität, wenig Wirkung — und die Komfortzone tarnt fehlende Wirksamkeit als Sicherheit.
Die Spiegelfrage
Könnte es sein, dass Ihr Team aktuell in der Abnutzungszone arbeitet — viel Energie, wenig Resultat — und dass die Frage nicht «Wie motivieren wir mehr?» lautet, sondern «Wo ist der Fokus, der die Energie wirksam macht?»?
Der nächste Schritt
Erkennen Sie dieses Muster bei sich? Der Leadnow Radar zeigt Ihnen in fünf Minuten, wie ausgeprägt es in Ihrer Organisation ist — anonym und kostenlos.
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Diese Woche ausprobieren
Dieser Eintrag («Fokus und Power») beschreibt ein Muster. Bevor Sie etwas verändern, lohnt sich die Beobachtungsphase — drei kleine Schritte:
- Beobachten, bevor Sie handeln. Notieren Sie eine Woche lang jede Situation, in der das beschriebene Muster bei Ihnen oder im Team auftritt. Keine Bewertung, nur Erfassen.
- Eine Mikro-Konsequenz ziehen. Wählen Sie die kleinste wiederkehrende Situation und ändern Sie dort genau Ihren nächsten Schritt — minimal, reversibel, beobachtbar.
- Einen Sparringspartner fragen. Erzählen Sie jemandem Ihres Vertrauens eine konkrete Episode aus dieser Woche. Fragen Sie nicht um Rat — fragen Sie: «Was siehst du, was ich nicht sehe?»
Nach einer Woche: ist das Muster noch da, aber jetzt sichtbar? Dann lohnt sich der Leadnow-Radar-Schritt. Ist es nicht mehr aufgetaucht? Dann war es eine Phase, kein Muster — und Sie wissen jetzt, wie Sie es beim nächsten Mal erkennen.
Wann das Wiki nicht reicht
Dieser Eintrag ist eine Diagnose, keine Therapie. Er ist hilfreich, wenn Sie einen Mechanismus erkennen und ein erstes Vokabular dafür haben. Er ist nicht ausreichend, wenn:
- Akute Krise. Wenn etwas brennt (Mitarbeiter kündigt, Kunde springt ab, Cashflow eng), brauchen Sie kurzfristige Entscheidungshilfe, nicht einen Wiki-Eintrag. Holen Sie sich jemanden an den Tisch, der mit Ihnen in 48 Stunden sortiert — Paten, Beirat, Bank, Coach.
- Strukturelle Blockaden. Wenn ein Mechanismus seit Jahren besteht und niemand ihn brechen kann, liegt das an Kräften, die ein einzelner Eintrag nicht erreicht: fehlende Eigentümerschaft, dysfunktionale Aufsicht, persönliche Risiken für einzelne Schlüsselpersonen. Das ist Beratung, nicht Information.
- Eigene Betroffenheit. Wenn Sie gerade mitten in einer Krise stecken, lesen Sie das hier falsch — Sie projizieren Ihre Geschichte in das Muster. Warten Sie drei Tage, lesen Sie dann nochmal.
- Kulturelle Differenzen. Wenn Ihr Unternehmen in einem anderen rechtlichen, kulturellen oder wirtschaftlichen Kontext arbeitet als hier angenommen (Schweizer KMU), gilt vieles, aber nicht alles. Vergleichen Sie die Annahmen, bevor Sie die Schlüsse übernehmen.
In allen vier Fällen: das Wiki hilft Ihnen, das Muster zu sehen. Es ersetzt nicht die Arbeit, es zu bewegen. Wenn Sie bereit sind zu handeln, aber nicht wissen wo — schreiben Sie uns über den Kontakt am Ende des Eintrags.